Skip to content

Arme, verlorene Kinder

29/05/2010

Das Thema Kinder hat mich diese Woche mal nicht in einer positiven Art gestreift. Die Geschichte eines Jungen in einer Grundschule ganz in der Nähe macht mich sehr wütend und traurig. Gleichzeitig war am 25. Mai der Tag der vermissten Kinder und wenn ich mir diese Zahlen und Geschichten ansehe, dann kommen mir die Tränen.

Der Junge an der Grundschule ist ganz einfach gesagt eine arme Sau. Seine Mutter hat ein psychisches Problem und ist zudem alkoholabhängig. Sie hält Termine nicht ein, sorgt nicht für sein Essen, geschweige denn für angemessene Kleidung. Sie ist abends oft nicht bei ihm und da der feine Herr Vater unbekannt ist, ist der Kleine völlig auf sich allein gestellt. Und das seit Jahren. Im ersten Schuljahr ist die Schule in Kontakt mit dem Jugendamt getreten. Nach vielen Gesprächen etc. hat dann ein vom Gericht ernannter „Freiwilliger“ die Vormundschaft für den Kleinen bekommen. Das ist zwei Jahre her und weder die Schule noch die Tagesstätte in die der Kleine am Nachmittag geht haben diesen Vormund jemals zu Gesicht bekommen. Er schafft es nicht mal das Zeugnis zu unterschreiben. Unterdessen fängt der Junge offensichtlich an sich selbst auf zu geben. Er arbeitet nicht mit in der Schule, er fängt an andere Kinder zu verletzten und greift oft linkisch aus dem „Hinterhalt“ an. Er ergaunert sich Aufmerksamkeit durch Aggressivität und Wut. Vielleicht ist er nicht das einfachste Kind, aber wird wirklich verlangt das die Schule oder die Tagesstätte das auffangen und ihm die Grunderziehung angedeihen lassen, die er zu Hause offensichtlich nicht erhält? Das Jugendamt dagegen macht es sich in diesem Fall leider zu einfach. Sie warten ab. Zwar wurde ein zaghafter Versuch unternommen die Familie der Mutter ausfindig zu machen und ihre Geschwister dazu zu kriegen, dem Jungen Unterschlupf zu gewähren, aber anscheinend wäre das auch kein großer Unterschied zum jetzigen Lebensraum gewesen. Dabei gibt es hier ein passendes Heim. In dem sogar ein Platz frei ist…aber die Aussage zum Jugendamt zu dem Thema ist erschütternd. „Zu teuer“ sagte man auf die drängende Nachfrage des Klassenlehrers. Wahrscheinlich warten die auf schlimmere Fälle in denen es noch dringender ist. Und bis dahin?

Vielleicht warten ja auch einfach alle darauf, dass er verschwindet. Das er und mit ihm das Problem, sich in Luft auflöst. So wie viele andere Kinder hier in Deutschland auch. Im Jahr sind das laut der Initiative Vermisste Kinder bis zu 50.000 Kinder.  Natürlich hat das Verschwinden von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichste Gründe. Der Hauptteil (ca 98%) liegt wohl bei denen die von zu Hause abhauen, weil sie es nicht mehr aushalten. Viele davon kehren freiwillig zurück, viele landen auf den Straßen und dem Strich. Einige wenige werden aufgefangen. Im Durchschnitt sind im Jahr in Deutschland bis zu 1500 Kinder dauerhaft vermisst. Zu welcher dieser Gruppen wird wohl dieser Kleine irgendwann gehören? Hoffentlich kommt es nicht soweit.

Haltet die Augen und Ohren offen!

Dieser Song wird musikalisch nicht jeden (auch nicht meinen) Geschmack treffen, aber der Text enthält eine erschreckende Wahrheit.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: