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Goodbye Polo!

09/10/2010

Dieser Abschied gilt heute meinem geliebten Polo. Polo ist mein allererster Wagen gewesen. Ein ganz besonderes kleines Auto. Ich habe ihn vom meinem Liebsten geerbt, denn Polo hätte die täglichen Strapazen die mein Liebster seinem Neuen antut nicht mitmachen können. Polo ist halt mehr der Städtische.  Wir haben viele gemeinsame Wege bestritten. Ich habe in Polo zum zweiten Mal fahren gelernt. Ich habe nur wegen Polo sogar eine Therapie gemacht, um keine Angst mehr vor dem Autofahren zu haben. Erst als Beifahrer und dann als Fahrer. In Polo habe ich keine Angst. Mein liebster Polo ist das sicherste Gefährt der Welt. Wenn ich im Polo sitze und das Dachfenster öffne bin ich frei. Er hat mich zu wichtigen Terminen gebracht und einige freudige Momente mit mir geteilt. Am liebsten habe ich das Radio ganz laut aufgedreht und mitgesungen. Dabei konnte ich oft die ganze Welt um mich rum vergessen und mich nur auf die Fahrt konzentrieren. Wir haben aber auch spannende und ärgerliche Momente gemeinsam durchgestanden. Polo war immer verlässlich und hat mich sogar durch den harten Winter hindurch warm nach Hause gebracht. Obwohl ich nicht immer nur lieb zu Polo war, hat er mir das selten übel genommen und nur ganz selten hat er gebockt.

Polo hat uns 6 Jahre lang begleitet. Er hat das Studententicket abgelöst und uns sicher zu unseren Eltern nach Hause gebracht. Er hat uns aber auch in den Urlaub gefahren und passte auch in die kleinste Parklücke. Polo war lange Zeit für mich gleichbedeutend mit Unabhängigkeit, Mobilität und Freiheit. Ich wusste, wenn es nicht mehr geht, wenn ich nicht mehr hier sein will, brauch ich mich nur in meinen Polo setzen und kann einfach wegfahren…wohin ich will, wann ich will.

Polo hat mich besonders in diesem Jahr bestens unterstützt. Er hat mich zu Vorstellungsgesprächen begleitet und meine Nervosität ertragen, er hat mich zu Prüfungen gebracht und meiner Freude und Erleichterung hinterher Flügel verliehen. Wenn wir gemeinsam über den Ring jagten, ich mit offenem Haar und Sonnenbrille und er mit vollem Tank und frisch gewaschen, waren wir glücklich. Seine Wendigkeit, sein Esprit und sein Glanz ließen mich immer wieder vor Freude jauchzen.

Aber jetzt muss Polo gehen. Ich muss ihn weiter ziehen lassen. Die letzten 2 Monate stand Polo meist einsam und verlassen in der dunklen, muffigen Tiefgarage. Das macht der arme Kerl nicht lange mit. Polo will bewegt und unterhalten werden, er will am aktiven Leben teilhaben und eine Stütze sein. Das Leben als überflüssiges Luxusobjekt ist einfach nicht seins. Er ist halt eher der Bescheidene.

Heute werde ich Polo bei ein paar Händlern vorstellen und schauen, wer seinen Wert zu schätzen weiß. Ich befürchte allerdings schon, dass die mich über den Tisch ziehen wollen um den Polo dann zu missbrauchen. Da mach ich natürlich nicht mit. Ich will das Polo ein würdiges und schönes neues Zuhause bekommt. Dafür werde ich sorgen! Dann fällt es auch mir leichter ihn ziehen zu lassen. „Tschüss!“ zu sagen zu einem langjährigen Freund und verlässlichen Gefährten. Ein Stück von Freiheit und Unabhängigkeit wird mit ihm gehen, aber das Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit auf der Straße das hat er mir geschenkt und daran werde ich mich immer erinnern.

Danke Polo! Ich wünsche Dir ein langes Leben!

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