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2010 sucks

31/10/2010

So, das musste mal gesagt werden. Dieses Jahr ist echt verflucht. Okay, es gibt jedes Jahr Ups and Downs, aber 2010 will mich echt ärgern. Ächt!

Ich wollte hier zwar so gut es geht alles negative der Welt draussen lassen und mir beim Schreiben dieses Blogs die Zeit nehmen, mich auf die schönen Dinge zu konzentrieren, aber so geht das nicht. Der ganze doofe Mist der letzten 10 Monate ist so blöd und hört einfach nicht auf, wenn ich ihn ignoriere. Also ist jetzt endgültig Schluss damit. Ich schau euch bösen Monster des Jahres 2010 jetzt in die Augen und werde in den letzten 2 Monaten alles dafür tun, damit ihr nicht mit ins nächste Jahr kommt.

Das Jahr fing mit einem blöden Silvester an, der auch nicht schöner wurde weil ich gelächelt habe. Dann habe ich 2 Monate damit verbracht 9 Stunden jeden Tag in einer total abstrusen Welt zu arbeiten, die geprägt von Neid und Missgunst sich am besten selbst zerstören sollte. Als ich da raus war, dachte ich, jetzt ist gut und wollte mich auf die letzten zwei Monate meiner Ausbildung konzentrieren. Aber wie es überraschend ist mein liebster Opa schwer erkrankt und kurz darauf verstorben. Ein schwerer Schock, den ich irgendwie noch immer nicht richtig verarbeitet habe, denn der nächste Hammer folgte bald. Noch in der selben Woche platzte die Hochzeit meiner geliebten kleinen Schwester. Es tat mir so leid für Sie und den Typ hätte ich am allerliebsten kastriert. Vor Wochen vor dem Termin beim Standesamt. Als alles einigermaßen wieder gut lief, ich die letzten Prüfungen gut geschafft und einen Traumjob an Land gezogen hatte musste ich meiner besten Freundin klarmachen, dass der Plan mit dem gemeinsamen Urlaub in der Toskana nicht aufgeht, weil mein neuer Chef will, dass ich direkt am Tag nach meiner mündlichen Prüfung einsteige. Aber ich fand mich damit ab und sie auch, unsere Freundschaft litt … aber wird es wohl leicht beschadet überleben. Der erste Monat im neuen Job war so nervenaufreibend wie sonst was, weil meine liebe Vorgängerin das größtmögliche Chaos angerichtet hatte. Es ist besser ich gehe da nicht näher drauf ein, sonst endet dieser Artikel nie.

Aber irgenwann hab ich auch das überwunden und dann wurde eines Nachts meine Mutter zum ersten Mal ins Krankenhaus eingeliefert. Erst hiess es nur es sei recht harmlos, Routine halt. Zwei Tage später wurde meine Mutter für einigermaßen fit befunden und eine OP geplant. Am selben Abend erfuhr ich von einem guten Freund, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist und nur noch sehr absehbare Zeit leben wird. Ich empfand eine unbeschreibliche Art von Erleichterung, weil ich dachte, dass ich Glück hatte. Meine Mami ist ja nicht sooo schwer krank. Dann folgten in den darauffolgenen Wochen so viele Untersuchungen und eine schlechte Nachricht nach der anderen eine Diagnose unglaublicher als die andere, unerwarteter als die Vorherige. Die kommende Woche wird ihr Gewebe entnommen und bis den darauffolgenden Montag wissen wir dann wahrscheinlich welcher Krebs jetzt auch meine Mutter auffrisst. Seit dieser letzten unabdingbaren Nachricht ist mir ununterbrochen übel. Ich gehe zwar zur Arbeit und schlag mich da auch recht gut, aber übel ist mir trotzdem. Ich gehe essen, treffe mich mit Freunden und verbringe viel viel Zeit mit meiner Familie. Aber mir ist immer übel. Schlecht, so richtig zum kotzen. Am liebsten würde ich mir ständig den Finger in den Hals schieben und den ganzen Mist dieses verfluchten Jahres auskotzen. Entschuldigt die Wortwahl, aber es muss jetzt mal raus.

Es gab natürlich dieses Jahr auch gute Momente, Momente in denen ich meiner Schwester nahe war. Meine liebste Oma hat 7000 km überwunden, um bei uns zu sein und ich habe eine Stelle bekommen, die ich mir lange gewünscht habe und für die ich einiges ertragen musste. Aber all dieses würde ich auf der Stelle eintauschen. Sofort. Tauscht jemand freiwillig?

Die Angst ist das größte Monster dieses Jahres. Die Angst vor den Prüfungen, die Angst vor Schmerz, Verlust, Trauer und Katastrophen, die noch kommen können.

An einer Stelle dieses Jahr hab ich an Gott gezweifelt und innerlich geschrien, ob das alles ist was er kann? Ob er glaubt, dass er mich damit klein kriegt. Ich versuche nicht abergläubisch zu sein, aber ich bereue diesen Gedanken mittlerweile zu oft. Hab ich schon erwähnt, dass die Taufe, meine Taufe, auf die ich mich sehr lange vorbereitet hatte aufgrund unserer aktuellen familiären Situation verschoben wurde? Nützt es noch zu beten? Bringt es was das ich versuche „stark“ zu sein und immer weiter mache? Sollte ich besser stehen bleiben und sagen „So, das war’s, mehr ertrage ich nicht!“? Und was ist dann? Wie geht es dann weiter? Höre ich dann einfach auf zu Leben? Kann ich das?

Die Antwort ist klar. Ich kann das nicht und ich will das nicht. Ich werde weiter die fröhlichen schönen Blogs lesen, ich werde weiter Blumen kaufen und Lieder singen. Ich mache mir weiter Gedanken was ich an Weihnachten für die ganze Family koche und wie ich den Weihnachtbauch dekoriere. Was ich den Kollegen zu Nikolaus für eine Überraschung vorbereite und wie ich meinen Liebsten an seinem Geburtstag verwöhne. Auf welche Veranstaltungen ich gehen will, egal was passiert und ob ich mir diesen schönen Schal kaufen soll. Manchmal wird das gespielt sein, aber ich zweifle auch nicht mehr dran ob das so funktioniert und ob es Sinn macht. Vor allem zweifel ich nicht daran, dass 2011 ein wunderbares Jahr wird und dazu gehört, dass meine Mutter in der Kirche bei meiner Hochzeit hinter mir sitzt und Rotz und Wasser heult.

2010 sucks. But no more.

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