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2011

22/12/2011

Dieses Jahr war eines der wohl erinnerungswürdigsten Jahre überhaupt. Achterbahn ist gar kein Ausdruck. Dementsprechend schaue ich dieses Weihnachten mit sehr gemischten Gefühlen zurück.

Bereits zu Beginn 2011 verstarb meine geliebte Mutter. Es traf uns alle unerwartet und warf jeden von uns auf seine eigene Weise für Monate aus der Erdumlaufbahn. Meine Mutter bedeutete mir alles. Ich hätte jeden Menschen auf der Welt gegen sie eingetauscht – mich inklusive. Das Schlimmste waren und sind die immer noch wiederkehrenden Augenblicke in denen ich bis dahin immer mit meiner Mutter gesprochen habe. Und diese kamen letztes Jahr um diese Zeit manchmal sogar 6 Mal täglich vor. Dieses Jahr fehlt sie immer und überall. Unendliche Kraft, die mir dieses Jahr genommen wurde.



Doch gegen alle Zweifel entschieden wir gemeinsam mit allen Familienmitgliedern unsere Hochzeit nicht abzusagen. Wir wechselten die Location, ließen mein Brautkleid nach dem Entwurf meiner Mutter nähen und lenkten uns alle mit den Vorbereitungen auf das Fest von der Trauer ab. Und es gelang. Die Woche rund um unsere Traumhochzeit im Mai war wunderschön und ich kann mich an keine anderen Momente in meinem Leben erinnern, die ich mit so viel Glücksgefühl in mich aufgesogen hätte wie diese Stunden. Ich kann mich noch an jede Sekunde erinnern, an jeden Blick und an jede Aufmerksamkeit. Unsere Freunde und unsere Familie haben alles daran gesetzt diesen Tag für uns voller Glück, mit Spaß und Freude auszufüllen und das ist Ihnen sehr gelungen. Unendliche Kraft, die mir dieses Jahr geschenkt wurde.

Dann bereits zwei Monate später, nur Tage vor unserer Hochzeitsreise, erfuhren wir die alles verändernde Neuigkeit des Jahres. Wir erwarten ein Kind! Mehr brauche ich dazu nicht schreiben. Unendliche Freude.

Im Oktober und November ging es mir dann aufgrund des immer weiter zunehmenden Stresses im Büro immer schlechter. Mein Körper schrie und ich hatte furchtbare Angst, dass mit dem Kind etwas passiert, was den Stress natürlich nochmal steigerte. Dann das Bewusstsein, das ich nicht bis zum geplanten Mutterschutzdatum durchhalten würde unter diesen Umständen und die zusätzlichen Sorgen um meinen Verantwortungsbereich und die Mehrarbeit, die dadurch bei den Kollegen entstehen würde. Sorgen natürlich auch vor der Reaktion meines Chefs. Angst und Sorge.

Doch Ende November zog mein Frauenarzt die Notbremse und verdammte mich zu einer frühen Babypause. Und nach einigem Zweifel und gaaaanz viel Schlaf setze es endlich ein…das Schwangerschafts-Genuss-Gefühl. Unendliche Entspannung, die ich dieses Jahr erfahren durfte.

Jetzt neigt sich ein turbulentes Jahr dem Ende und ich bin froh darüber. Es reicht, mehr passt nicht hinein. Es wird Zeit für ein neues Jahr und ein neues Kapitel. Weihnachten kommt die Familie zusammen und das ist es was zählt, nicht die Geschenke oder das Essen. Die Erinnerungen und gemeinsamen Momente, Berührungen, Blicke, Wärme und Worte. Ich freu mich sehr darauf.



Sylvester dann ein Startschuss, für ein neues Heim, für ein Leben zu dritt und für viele weitere neue Projekte und Herausforderungen. Nur eins wünsch ich mir dieses Jahr ganz sehnlich vom Christkind… das 2012 mit genauso viel Entspannung und Ruhe zu Ende geht wie dieses Jahr der Jahre.

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4 Kommentare leave one →
  1. 22/12/2011 15:22

    Wow unglaublich, das nenn ich wirklich ein ereignisreiches Jahr mit den fantastischen Höhen, die es gibt und den schlimmsten Tälern, die man durchschreiten muss. Mir sind beim Lesen Deiner Zeilen direkt die Tränen gekommen. Auch mein Jahr war von grosser Trauer und Freude geprägt, ist vergangen wie im Flug weil soviel passiert ist und ich fiebere 2012 entgegen. Denn 2012 wird tolltoll!

    Ich wünsche Dir ein wundervolles, besinnliches und glückliches Weihnachtsfest im Kreise Deiner Lieben, mit grossem Wunder unter dem Herzen.

    Liebe Grüsse von
    Frau Süd

    • 23/12/2011 14:26

      Vielen lieben Dank, Frau Süd! Deine Worte haben gut getan 🙂 Dir auch ein frohes Fest und alles Gute für 2012!

  2. 23/12/2011 14:08

    Lilly, Das ist nun mal so… Die Evolution hat das Glück nicht als Dauerzustand für uns Menschen vorgesehen. Wir sind alle ein Wimpernschlag zwischen zwei riesigen schwarzen Blöcken: Der Zeit vor uns und der Zeit nach uns. Deshalb: Höre nur auf Deine Gefühle. Sie sind das beste Regulativ für den Verstand. Der Tod ist nur für uns Hinterbliebene ein Problem. Deine Mutter gibt es nicht mehr. Meine auch nicht. Leben volle Pulle! Wo der Tod ist, bin ich nicht, kommt der Tod zu mir bin ich fort..( Sokrates). Ich schockierte eine Heulsusen Bettschwesternachbarin. Ein blutleeres anämisches Dummchen mit einen Superkumpel von Mann. Sie sagte sie freue sich schon auf das Beten in der Christnacht.
    Ich sagte, wenn es eine Schöpfer gäbe, wolle er, daß Ihr vögelt statt betet…

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