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Leben mit Baby – Schnuller

11/09/2012

Ein Thema, das mich in den letzten Tagen wieder mehr beschäftigt und dass mich in den letzten Monaten als Neu-Mami schon in schiere Verzweiflung führen konnte ist wohl der Schnuller. Achtung – jetzt folgt viel Text…wer lieber zum Kleiderwirbel will, muss hierlang 😉

Es ist ja so eine Sache mit dem Nuckelding. Eigentlich dachte ich in der Schwangerschaft noch, wir werden so ein Ding nicht brauchen. Schnuller sind doof, Babys die Schnuller im Mund haben sind doof und überhaupt ist das ja wohl nur eine Sache des Durchhaltevermögens der Eltern.

Dumm. Ja, einfach nur dumm diese Gedanken. Denn heute weiß ich um den Saugreflex eines Neugeborenen (deswegen auch Säugling!). Ein Saugreflex ist, wie der zweite Teil des Begriffs schon vermuten lässt, angeboren. Jeder Neugeborene hat ihn, mal mehr mal weniger ausgeprägt. Und wenn dieser Reflex stark ausgeprägt ist, dann muss man ihn auch befriedigen, sonst ist Remmidemmi in der Bude. Dieser Saugreflex hat natürlich seinen Zweck. Zum einen soll das Kind ja trinken…die Natur hat sich dabei was gedacht, denn sonst kommt meist nicht viel aus der mütterlichen Brust. Zum zweiten wirkt das Nuckeln (ursprünglich an der Brust, in der modernen Zeit natürlich auch an Flasche, Schnuller etc.) einfach unglaublich beruhigend auf die kleinen Seelen. Viele Kinder schlafen besser ein mit Schnuller, manche brauchen ihn auch einfach um Spannungen ( Drei-Monats-Koliken etc.) abzubauen. Und in diesen Fällen – Beruhigung durch nuckeln – hilft der Saugreflex auch der Mutter…die muss ja auch irgendwann mal zur Ruhe kommen.

Es gibt einige Frauen, darunter auch mir nahestehende, die geben beim kindlichen Nuckelbedarf einfach die Brust. Dann trinkt das Kind nicht, sondern nutzt diese Gelegenheiten an der Brust einzig und allein zum Nuckeln…klingt schön, ist aber unglaublich unpraktisch. Da diskutieren Leute ob sie in der Öffentlichkeit stillen oder nicht und dann dem Kind wo auch immer es gerade Lust verspürt zu Nuckeln die Brust geben? Nicht mein Ding. Zumal…die arme Brust! Besonders in den ersten drei Monaten in denen mein kleiner Held fast stündlich getrunken hat (nachts teilweise heute noch) hätte die Brust ja sonst gar keine Gelegenheit mehr gehabt sich zu erholen!

Als wir direkt am Tag der Geburt aus dem Krankenhaus nach Hause kamen, haben wir keinen Gedanken an einen Schnuller verschwendet. Es war Samstagmittag. Bis Montagmorgen waren meine beiden kleinen Finger total taub genuckelt und die meines Liebsten auch. Nachdem sowohl unsere Super-Alternative-Öko-Hebamme als auch die Kinderärztin mich fast schon anflehten schickte ich am Montag morgen meinen Liebsten los, um einen Schnuller zu besorgen. Was ich ihm da für eine Aufgabe gestellt habe begriff ich erst Wochen später, aber dazu gleich mehr. Er kam jedenfalls mit zwei Avent Schnullern wieder und ab da ging es sowohl unserem kleinen Helden als auch uns selbst um Welten besser. Ich habe es, wenn auch missmutig, eingesehen das wir ein Schnullerkind haben. Gewurmt hat es mich aber dennoch und ich habe in den daraufkommenden Wochen immer wieder versucht ohne das Ding klarzukommen. Aber…keine Chance! Unser kleiner Held muss einfach nuckeln und sei es an Stoff, Daumen, Faust, Fuß, Bettpfosten, Spielzeug, Löffel…alles was erreichbar ist wird ausgiebigst abgelutscht und wenn kein Schnuller erreichbar ist in dem Moment wenn es ihn danach gelüstet, dann wird er super hektisch und nichts in der Welt kann ihn beruhigen außer das Nuckeln halt. Hätte mir das jemand vor der Geburt erzählt, ich hätte es nicht geglaubt.

Nach fünf Monaten schnullern mittlerweile auch alle anderen Babies in unserer privaten Krabbelgruppe…auch die, die am Anfang keinen Schnuller wollten. Vielleicht lag es da nicht daran, das sie keinen Schnuller wollten, sondern das ihnen die angebotenen vielleicht nicht gepasst haben. Wer weiss. Wenn der Saugreflex nicht ganz so stark ausgebildet ist, dann wird Kind auch wählerischer 😉 Unser Sprößling jedenfalls war mit der Wahl seines Vaters durchaus zufrieden. War leider auch der teuerste, den mein Liebster da mitgenommen hat. Nach jetzt 5 Monaten kam es allerdings immer wieder vor, das unser kleiner Held die bisherigen Schnuller nicht mehr richtig in den Mund nahm, darauf herumkaute oder sie nicht richtig halten konnte/wollte. Es wurde einfach Zeit zu wechseln. Die Krabbelgruppen-Freundinnen empfahlen MAM-Perfect. Diese Empfehlung stammt von ihren Hebammen und ich muss ehrlich zugeben, die Dinger sind auch wirklich schön gemacht. Zumindest die mit schöner Eule und Elefant drauf, liessen mein Herz höher schlagen und ich erwarb die Dinger. Was mein kleiner Held davon hielt? Nicht viel. Er schrie, quengelte und würgte sobald ich mit den Dingern auch nur in seine Nähe kam. Soviel dazu, das unser Sohn nicht wählerisch ist.

Praktischer Zufall, das wir ausgerechnet diese Woche einen Familientermin bei unserer Lieblingszahnärztin hatten. Die Gute ist erst letztes Jahr selber Mutti geworden und somit nicht nur vom Fach, sondern auch ganz akut im Thema drin. Sie sah sich unser Problem an und meinte, es wäre ganz hervorragend, dass der MAM Perfect so super schmal anfängt…leider würde er in so einem riesen Klumpatsch enden, welcher die Zunge zu sehr herunter drückt und sicherlich auch ungünstig auf den weichen noch sich formenden Kiefer einwirkt. Schade, das war es endgültig mit den Eulen.

Sie meinte, es wäre sehr wichtig, dass die Schnuller sehr schmal anfangen…idealerweise vielleicht noch mit einer kleinen Kerbe für die ersten Zähnchen, wenn es soweit ist (bis dahin Größe 1 für ohne Zähnchen, dann aber direkt wechseln, wenn das erste Zähnchen kommt!). Überaus wichtig wäre es dann noch, das die Rundung die dann folgt nicht zu ausgeprägt ist. Sie dient nur dazu dem Kind ein befriegendes Gefühl zu geben, das etwas gegen den Gaumen drückt, dafür muss es aber nicht schon drücken, wenn es im Mund ist. Das Kind soll es ruhig durch die Zunge steuern können und eben dafür ist es förderlich, aber nicht unbedingt notwendig, wenn der Schnuller am Ende nur einseitig gewölbt ist. Es ein Oben und Unten gibt sozusagen. Dann muss man natürlich immer drauf achte, dass das Ding auch richtig rum im Mund ist. Dann darf man natürlich nicht vergessen: Verformen und den Kiefer negativ beeinflussen tun alle Schnuller…aber weitaus weniger als Daumen und andere Nuckelhilfen (Seidenbälle etc.). Und ohne Schnuller…tja, der Versuch bleibt wohl jedem selbst überlassen. Meine Zahnärztin jedenfalls lächelte wissend.

Unsere Schnullerentwicklung…Avent, MAM, Dentistar

Puhhh, dachte ich. Doch so kompliziert und welchen holen wir jetzt?! Sie hat zwei Empfehlungen ausgesprochen, die ich euch gerne weitergebe. Ich möchte aber darauf hinweisen, das ich weder von der einen noch von der anderen Marke gesponsert werde und nur das weitergebe, was mir meine Zahnärztin empfohlen hat. Ob mittlerweile andere Marken ebensolche oben beschriebenen Schnuller entwickelt haben wusste sie nicht und sie merkte auch an, das sie nur von diesen beiden Marken weiß, dass es tatsächlich wissenschaftliche fundierte Grundlagen dazu gibt…das eine sind Nuk Genius, das andere Dentistar. Beide zwar günstiger als Avent, aber immer noch nicht die günstigsten auf dem Markt. Dennoch, wir haben uns für letztere entschieden die preislich etwas unter Nuk liegen. Aus dem einfachen Grund…wer weiß ob unser kleiner Held nach dem Auspacken und Reinigen nicht wieder anfängt zu würgen, wenn wir ihm die Dinger anbieten?!

Entschuldigt das dunkle Foto, besser geht es im Moment mit der kaputten Kamera leider nicht. Aber ihr erkennt den Formunterschied oder? Versteht ihr was ich meine?

Aber, weit gefehlt. Schwuppdiwupp hat unser kleiner Held seinen neuen Schnuller ins Herz geschlossen und wir können aufatmen. Die Kämpfe der letzten Tage (ohne Schnuller hat man fast keine Chance ihn zu beruhigen, wenn er nuckeln will) haben ein Ende und wir haben jetzt definitiv eine klare, fachlich fundierte Aussage auf was wir bei Schnullern achten müssen. Die Regale sind nämlich riiieeesig und manchmal fällt es einem doch ziemlich schwer die hübschen, stylischen Schnuller (selbst H&M hat jetzt welche im Sortiment!) links liegen zu lassen und einen „guten“ zu wählen. Aber jetzt, jetzt sind wir Schnuller-Profis 😉

Haben eure Kinder geschnullert? Wie habt Ihr eure Wahl getroffen?

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7 Kommentare leave one →
  1. 11/09/2012 20:35

    uiuiui, das ist ja echt eine wissenschaft! da war viel neues für mich dabei.wahnsinn!
    die große hat geschnullert, bis sie etwa 2,5 war. dann natürlich nur noch nachts.
    die kleine mochte niemals einen. also, so wirklich. sie würgte von anfang an dabei. und wir haben es, wegen ihres mordsmäßig schlechten schlafs, wirklich, wirklich, wiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiirklich oft versucht und probiert. mit allen marken auf dem markt.
    so mit 1,5 zeigte sie dann interesse an nuckeln und spielt noch heute gern damit baby 😉 wenn sie zahnt kaut sie gern auf einem rum (so auch heute), aber für den eigentliche zweck: beruhigen, saugen, schlafen, dafür nutzt sie die nie. so musste ich also „nur“ abstillen und nicht noch extra einen nuckel abgewöhnen. immerhin 😉

    liebste grüße

    halitha

    • 12/09/2012 08:38

      Es ist doch echt immer wieder faszinierend wie unterschiedlich Kinder sind. Schnuller als Beißringersatz – cool deine Kleine! 😉 LG

  2. pueppi permalink
    11/09/2012 20:52

    Ach Schnuller war hier auch ein Thema für sich. Da bei b’emmchen der Saugreflex nur ganz wenig vorhanden war, sie aber trotzdem nuckeln wollte, musste auch hier ein Schnuller her. Angefangen haben wir mit Nuk Silikon. Wollte sie nicht, also die Latexvariante probiert – auch nix.
    Dann gab es direkt MAM LaTeX und die waren ein Volltreffer bis zum Schluss. Andere haben wir auch probiert, auch dentistar, keine Chance 🙂
    Sie hat den Schnuller übrigens nur zum schlafen und im Auto gehabt, sonst nicht. Mit ca 10 Monaten wollte sie keinen mehr – klappt bis heute ganz super. Es war auch eine bewusste Entscheidung von uns den Schnuller nur zum schlafen zu geben, tagsüber haben wir getröstet und abgelenkt 🙂

    • 12/09/2012 08:40

      Bei uns funktioniert leider tagsüber trösten und ablenken überhaupt nicht, wenn er nuckeln muss dann kann er echt hartnäckig sein. In Latex gibt es die Dentistar glaub ich auch. Im Endeffekt bestimmt das Kind welcher Schnuller okay ist, oder?! 😉

      • 12/09/2012 09:04

        Ja, find ich auch. Aber zum Glück ist das Thema ja hier durch 🙂

  3. 11/09/2012 20:58

    Wir hatten auch mehrere Schnullervarianten probiert. Funktioniert haben aber alle. Wir hatten fast ausschließlich avent, weil da noch eine Kappe mit dabei war. Dentistar hatten wir auch. Wir haben den Schnuller fast nur zum einschlafen gebraucht, tagsüber seltener. Mit 7 Monaten beschloss der Knirps von einem Tag auf den anderen, dass er jetzt keinen Schnuller mehr will. Es führte kein Weg mehr zum Schnuller. Aus und vorbei. Das Gute daran war, dass wirihn nicht vom Schnuller entwöhnen mussten, aber manchmal hätte ich mir schon noch gewünscht, dass er ihn zur Beruhigung nehmen würde… LG Katrin

    • 12/09/2012 08:41

      Dein Knirps ist so cool, sich selbst den Schnuller „abzugewöhnen“. Ich hoffe, es wird bei uns nicht ganz so ein Kampf, wenn wir soweit sind. LG

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