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Stillgedanken

23/09/2012

In letzter Zeit mache ich mir wieder mehr Gedanken rund um’s Stillen. Woran das liegt? Gute Frage! Zu Anfang war ich ja in der glücklichen Lage hier vor Ort hauptsächlich von Still-Mamis umgeben zu sein und so genügend Motivation zu bekommen trotz Schmerzen durchzuhalten. Und das nicht, weil irgendwer besserwisserisch mit dem erhobenen Zeigefinger vor mir rumgefuchtelt hat, sondern einfach weil ich gesehen habe wie es laufen kann und das die anderen auch hier und da Probleme damit haben.

Jetzt, nach rum 5 Monaten mit Baby, wird mir immer mehr bewusst welches Glück diese Frauen für mich und meinen kleinen Helden waren. Denn ohne sie hätte ich sicherlich innerhalb der ersten drei Monate das Handtuch geschmissen. Es gab genug Momente in denen sowohl Arzt als auch Familienmitglieder sagten, wenn es mir wehtut soll ich halt abstillen. Aber irgendwie wusste ich auch, das Stillen schmerzt nicht grundsätzlich. Mein kleiner Held hat bei Koliken und Entwicklungsschüben seine Spannungen in Form von Beissen und Kauen an der Brust rausgelassen. Mit der Zeit habe ich gelernt damit umzugehen. Zu erkennen, wann er wirklich Durst hat und wann er lieber was zum Kauen (Schnuller) braucht. Natürlich hat er mich doch immer wieder erwischt und das habe ich dann noch tagelang gespürt. Aber wenn es mal wirklich schlimm wurde, habe ich die Milch abgepumpt mich ganz tief verkrochen (so das der kleine Held nicht mehr gemerkt hat, dass ich in erreichbarer Nähe bin) und habe meinen Liebsten „stillen“ lassen. So konnte sich meine Brust erholen. Kurz gesagt, wir haben unsere Probleme gelöst und so das Glück und die Nähe erfahren, die sich einstellen, wenn es denn mal reibungslos läuft.

Und ganz ehrlich…es ist auch einfach praktisch. Weder im Urlaub noch sonst musste ich mir je Gedanken darüber machen, was passiert wenn der kleine Held Hunger kriegt. Es war ja alles dabei, in der richtigen Temperatur und Menge! Kein Fläschchen machen in der Nacht und kein lästiges Geschleppe unterwegs. Alles super, oder?! Naja…

Um mich herum fangen aber mittlerweile die ersten Mütter schon an abzustillen. Und ich? Ja, ich wollte ursprünglich auch nach 6 Monaten aufhören…doch jetzt sagt mein Gefühl mir was anderes. Irgendwie möchte ich ihm jetzt nicht die Flasche geben. Ich habe das Gefühl, es wäre nicht richtig jetzt. Er isst abends voller Appetit obwohl wir gar nicht groß vorhatten vor dem 6 Monat schon zu füttern. Er fordert sogar mittags von sich aus das Essen und will auch gar nicht groß gestillt werden. Zwar kommt er morgens, nachmittags und nachts noch, aber dazwischen weiß er genau was er will (Fingerfood während unserer Mahlzeiten und Brei zum satt werden) und was nicht (Milch). Irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass er in den nächsten Wochen und Monaten anfangen wird nur noch morgens und abends meine Milch zu fordern und dann isst und trinkt er halt tagsüber Brei/Fingerfood und Wasser. Wäre doch okay, oder?! Bin ich nur zu faul, um jetzt großen Aufwand zu betreiben die paar Mal Stillen zu unterbinden und ihn an Flaschen zu gewöhnen? Bin ich eine Glucke, die nicht loslassen kann? Nein, ich lasse mich nicht irritieren. Ich werde auf mein Gefühl hören und so lange das sagt, dass das Stillen das Beste für den kleinen Helden ist, werde ich das machen.

Aber dann kommen da diese anderen. Freunde und Bekannte, die meisten bisher ohne Kinder. Sie haben gehört oder ihre Schwester/Cousine/Tante/Nichte macht es so und so und überhaupt alles über drei Monate ist Quatsch. Immer können sie es mit einem Mediziner im Background belegen und verlieren das Verständnis. Ich soll doch einfach mal für ein paar Tage verreisen allein, dann würde der kleine Mann schon sehen, dass es auch ohne Mama geht. Haben sie recht? Mache ICH ihn abhängig?

Und schwupps sind sie wieder in meinem Kopf, die Zweifel. Der nächste Entwicklungsschub mit „Beissattacke“; ein Theaterbesuch mit den lieben Kollegen, den ich absagen muss; eine Hochzeit die für mich zuende sein wird, wenn der kleine Mann seine Grenze erreicht hat. Und? Sind das wirklich genügend Argumente gegen das Weiterstillen?!

Erstmal nicht. Aber die Gedanken kreisen.

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7 Kommentare leave one →
  1. 23/09/2012 10:05

    mmh, also mal im ernst (und du weißt es ja auch selbst) – stillen IST das, was dein kind braucht. keine eklige (Hast du mal dran gerochen oder sie selbst probiert?!) formula. ersatzmilch ist gut udn wichtig in der modernen welt, in der das wissen um das stillen einfach nicht mehr intuitiv vorhanden ist und viele babys auf diese ersatznahrung angewiesen sind. mir ging es bei der großen ja nicht anders!
    hier findest du nur ein paar vorteile des stillens (egal wie alt dein kind nun ist)
    http://www.stilltreff-milchbar.de/milchbar/lectures/Stillen%20im%20zweiten%20Lebensjahr.pdf

    nur weil unsere welt seltsame ansichten von unabhängigkeit, modernität und mutterschaft hat, heißt das noch lange nicht, dass es gut und richtig ist, sein kind von anfang an, an eigenständigkeit zu gewöhnen.
    kinder sind kinder!
    und bedürfnisse (nach nähe, nach geborgenheit etc.) die nicht gestillt werden, kommen irgendwann zurück! bedürfnisse, die gestillt werden, verschwinden irgendwann von selbst.

    jede mutter sollte selbst entscheiden dürfen, wann sie abstillt. am besten mit ihrem kind gemeinsam, also in einer situation, in der die entscheidung reiflich überlegt und nicht überstürzt gefallen ist, die auch nicht von außen aufgedrückt wurde und wegen der sich die mutter später schlecht fühlen könnte.

    liebste grüße

    halitha

  2. 23/09/2012 17:07

    Liebe iLilly! Lass Dich nicht von Deiner Umwelt versichern und höre auf Dein Gefühl! Ich stille meinen fast 16 Monate alten Knirps auch noch. Obwohl nun schon viele das Gesicht verziehen und mich fragen, was das soll und überhaupt kann ich nicht los lassen…. es fühlt sich aber für mich und den Knirps richtig an und dann ist es gut so! Wir haben sechs Monate voll gestillt (fast 7, weil er nichts essen wollte). Mit 14 Monaten haben wir das Stillen tagsüber sein lassen, jetzt noch morgens, abends und 1-2 mal in der Nacht. Wenn ich gefragt werde, was mein Plan ist für das Abstillen, antworte ich, dass ich es im richtigen Moment selbst wissen werde, wann es soweit ist. In den nächsten Wochen wollen wir nachts abstillen, weil ich gemerkt habe, dass der Knirps sich dadurch nicht mehr wirklich beruhigen lässt und weil mein Gefühl mir sagt, es ist soweit.
    Lass Dich was das Stillen betrifft von Deinem Bauchgefühl leiten! Das ist das einzige, was Dich leiten sollte, wenn es um die Stillfrage geht, denn Du weißt am Besten, was Deinem kleinen Helden und Dir gut tut. Jede Mutter-Kind Beziehung ist anders, da kannst Du Dir zwar Tipps holen, aber die Entscheidung liegt bei Dir. Wenn es Dur dabei gut geht, kann ich Dich nur ermutigen weiter zu stillen. Wie Halitha schon dagt, ist es nicht nur der Hunger der gestillt wird sondern auch das Bedürfnis nach Nähe.
    GLG Katrin

    • 23/09/2012 17:07

      ich meinte verunsichern im ersten Satz 😉

    • 23/09/2012 17:15

      Liebe Katrin, eure Worte bestärken mein Gefühl und es tut so gut zu wissen, dass andere Mütter die gleichen Gefühle haben. Ich habe einfach nicht mit diesem Gegenwind gerechnet. Ist doch eigentlich schade, dass man schon im 5./6. Monat den Eindruck bekommt zur Minderheit zu gehören, wenn man sein Kind stillt. Weit hat es die Zivilisation gebracht…
      Danke für den ausführlichen Kommentar und deine Erfahrungen! Ich bin schon wieder viel sicherer als heute früh. LG

  3. 23/09/2012 18:29

    du bist nicht faul und auch keine glucke! also ehrlich! warum sollte man einen kleinen menschen, der erst sechs kurze monate auf dieser welt ist, schon loslassen. warum sollte ein baby mit sechs monaten zu abhängig von der mutter sein?? die frage kann man bei stillenden und nichtstillenden müttern stellen…
    ich fand stillen immer so praktisch! warum soll ich mich nachts aus dem bett quälen, um fläschen zu machen, wenn es gut läuft mit der brust? ich hab meine kinder bis zum neunten bzw. bis zum elften monat gestillt und dann war es auf einmal schwuppdiwupp vorbei ohne große anstrengungen. genieß das mal! ist schneller vorbei, als man denkt.
    außerdem: ich möchte mal wissen, welcher arzt bestätigt, dass stillen ab dem dritten monat nicht mehr gut ist. hab ich noch nie gehört.
    ganz liebe grüße!
    steffi

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